Skip to main content

So wähle ich meine Aktien – Dividendenrendite und andere Kennzahlen

So wähle ich meine Aktien - DIvidendenrendite und andere Kennzahlen

Dividendendenrendite und andere Kennzahlen

Auch auf die Gefahr hin, dass ich von den Profis gelyncht werde, möchte ich heute über meine Auswahlkriterien für Aktien schreiben. Ich halte es bewusst sehr simpel und führe keine größeren Analysen durch, obwoh die Dividendenrendite eine große Rolle spielt.

Man kann nun darüber streiten, ob ich mich damit einem gewissen Risiko aussetze oder es mir leicht mache, aber ich halte nicht viel vom ganzen Brimborium der Analysen. Wenn es so einfach wäre ein Unternehmen gut zu analysieren und damit dann auch noch richtig zu liegen – wieso machen es dann die vielen Fondsmanager nicht. Nun kann ich ja schlecht auf die Idee kommen zu denken, dass ich es besser mache.

Mein Ziel ist klar das passive Einkommen, und dafür muss ich nicht wissen, wieviel Steuern ein Unternehmen zahlt oder ob das KGV teuer oder günstig ist. Ich fokussiere mich auf die Zahlen rund um die Dividende, welche ja meinen Einkommensstrom erzeugt.

 

Meine Auswahlkriterien für Aktien

Ganz simpel gesagt schaue ich mir nur wenige Kennziffern an:

  • Dividende ja/nein?
  • Höhe der Dividende?
  • Erhöhungsquote
  • Ausschüttungsquote
  • Fair Value
  • Gesamtbild des Unternehmens

 

Dividende ja oder nein?

Eine einfache Frage eigentlich. Darüber brauche ich auch nichts viel zu schreiben. Ich möchte passives Einkommen, also benötige ich eine Ausschüttung. Ich habe zum Beispiel auch Mindbody in meinem Portfolio, aber das ist spekulativ (Wertsteigerung und zukünftig Ausschüttungen).

 

Höhe der Dividende oder die Dividendenrendite

Hier scheiden sich die Geister und auch ich biege mein Prinzip hier abundan für eine Aktie, welche ansonsten gut ist. Mein Ziel sind 4% Dividendenrendite.

Sollte es aber sehr gute Erhöhungen gegeben haben und der Preis stark unter dem Fair Value sein, lasse ich mich trotzdem zu einem Kauf hinreißen. Das habe ich so bei CVS (US1266501006) gemacht. Mit 2,59% Dividendenrendite ist die Rendite unter meiner Zielmarke, aber der Abschlag vom Fair Value (ca. 25%) und die Steigerungsrate (27,10% pro Jahr in den letzten zehn Jahren) waren dann eben ausschlaggebend.

Eine hohe Dividendenrendite ist aber auch gefährlich. Wenn man sich zum Beispiel PSEC (US74348T1025) anschaut, werden dort knappe 13% ausgeschüttet. Das geht nur mit einem gewissen Risiko, welches hier in den Zinserhöhungen der FED liegt.

 

Erhöhungsquote

Die Dividenden müssen jedes Jahr gesteigert werden. Gab es Kürzungen fällt die Aktie quasi für mich raus. Besitze ich die Aktie bereits kommt es auf die Gründe und Höhe der Kürzungen an.

Das schreibt sich nun sehr einfach, aber in der Praxis ist das schwer zu bewerten. Eine Dividend Growth Rate von 6% sollte angestrebt werden. Viele Aristokraten schaffen diese Höhe aber nicht mehr, dennoch würde ich mir eine T (US00206R1023) oder KO (US1912161007) ins Portfolio holen, wenn sich eine günstige Gelegenheit dazu bietet.

CVS (US1266501006) steigerte seine Dividende um durchschnittlich 27,10% in den letzte Jahren. Das ist eine außergewöhnliche Steigerungsrate, ohne Frage und stellt damit auch eher die Ausnahme dar.

Eine andauernde Erhöhung ist die Voraussetzung um nach 25 Jahren den Status Dividendenaristokrat zu erhalten. Durch regelmäßige Erhöhungen der Dividendenausschüttungen verbessert ihr euren YOC (Yield on Cost), sprich die Rendite auf euer eingesetztes Kapital. Da werden aus anfänglichen 5% Dividende eben schnell 10% oder mehr – eine konsequente Steigerung und Haltedauer vorausgesetzt.

 

Ausschüttungsquote

Die Dividendenrendite und auch die Erhöhungsquote müssen immer im Verhältnis zur Ausschüttungsquote (Pay Out Ratio) gesehen werden.

Ich versuche meinen Schlussstrich bei 75% Pay Out Ratio zu ziehen – ausgenommen hiervon sind REIT, welche gesetzlich mehr ausschütten müssen. Die Ausschüttungsquote zeigt an, wieviel Geld das Unternehmen aus seinem Gewinn als Dividende im Verhältnis zu einer Aktie ausschüttet. Wenn man jetzt bedenkt, dass wir ja eine regelmäßige Erhöhung wollen, macht es wenig Sinn sich an einem Unternehmen zu beteiligen, welches bereits heute an die Substanz gehen muss.

 

Fair Value

Beim sog. Fair Value geht es um den wahren Wert des Unternehmens. Ich habe ja bereits gesagt, ich bin kein Fan tiefgreifender Analysen, was auch daran liegt, dass ich dazu zu faul bin. Ich habe ein Abo beim Morningstar und beziehe meinen Fair Value auf dem im Morningstar genannten Wert.

 

Gesamtbild des Unternehmens

Ich hatte PSEC (US74348T1025) in meinem alten Portfolio, verstand aber nie deren Kreditgeschäfte so richtig und bekam entsprechend Panik als der Kurs einsackte. Die Geschäfte verstehe ich nach wie vor nicht, die Aktie haben ich im Rahmen der Scheidung abgeben müssen.

Was ich damit sagen will, ist eigentlich sehr simpel: Gucke Dir das Unternehmen an. Verstehst Du, was es macht? Erkennst Du Zukunftsaussichten und so weiter…

Für mich ist das mehr eine Gefühlsfrage als eine rein faktenbasierte. Ich möchte mit meinem Unternehmen ein gutes Gefühl haben und eine Zukunftsaussicht sehen. Persönlich halte ich dies für den schwierigsten und auch persönlichsten Punkt.

Meine Freundin und ich haben eine kleine Whatsapp Gruppe mit Freunden und Kollegen, welche ebenfalls investieren und diskutieren dort sehr viel über einzelne Unternehmen und deren Erfolgschancen in der Zukunft.

Letztendlich kann mir aber niemand die Entscheidung abnehmen und ich muss es selber abwägen. Treffen die vorherigen Punkte aber bereits zu, ist in der Regel auch die Gesamtschau des Unternehmens recht positiv.

Fazit

Meine Auswahlkriterien mögen für manchen zu wenig oder zu unprofessionell sein, aber für mich passen sie sehr gut. Ich fühle mich damit wohl und das ist für das eigene Investment sehr wichtig. Nur wenn ich das Gefühl habe, dass ich gut gehandelt habe, kann ich Rücksetzer aussitzen.

(Visited 323 times, 1 visits today)


Kommentare


Nico September 19, 2017 um 5:51 am

Hallo Martin,

ich persönlich mache es mir ähnlich einfach. Ich schaue nur auf einige Kennzahlen und stelle mir die Frage, ob ich mich mit dem Unternehmen wohl fühle. Manchmal kann man auch daneben liegen, aber dafür investiert man auch in mehrere Unternehmen. Was anderes machen ETF-Anleger auch nicht, bloß dass sie bei einem Kauf gleich den ganzen Korb kaufen.
Wichtig ist eine Strategie mit klaren Regeln, die du ja hast.
Abgesehen davon: Durch die Einbeziehung von Dividendenrendite und Payout Ratio spielt das KGV bei dir ebenfalls eine Rolle, ohne, dass du explizit darauf achtest. Denn so, wie du die Höchstgrenzen für deine Kennzahlen festgelegt hast, kann das KGV nicht höher als 18,8 sein.

Viele Grüße
Nico

Antworten

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*